TDCo GmbH - Technology Development & Construction

Goggle Valves (GV)



Der Goggle Valve (zu dt. Brillenschieber bzw. automatisierte Steckscheibe) ist eine nach UVV-Richtlinien zugelassene Sicherheits-Armatur, die eine vollständige Absperrung des Mediums gewährleistet und einen Gasübertritt zwischen den Rohrleitungsteilen in Geschlossen-Stellung ausschließt. Die Armatur kann bei einer maximalen Nennweite von 5000mm sowohl in eine waagerechte, als auch in eine senkrechte Leitung ohne grundlegende Änderung der Konstruktion verbaut werden. Die Betriebs-Obergrenzen der Armatur reichen bis zu einer Temperatur von 400 °C sowie bis zu einem Druck von 6 bar(g). Für Spezialanwendungen können auch andere Nennweiten, Temperaturen und/oder Drücke realisiert werden.

Das Schließelement der Armatur besteht aus einem „offenen“ und einem „geschlossenen“ Ring, die nebeneinander in einem verfahrbaren Plattenrahmen montiert sind. Die Ringe werden durch federbelastete Anpresszylinder gegen die Dichtsitze des Gehäuses gepresst, so dass auch bei leichter Dichtsitzverformung eine vollständige Abdichtung gewährleistet ist. Mittels Hydraulikdruck heben die Ringe planparallel von den Gehäusedichtsitzen ab, wonach der Plattenrahmen über eine Zahnstange verfahren werden kann. Angetrieben wird der Plattenrahmen wahlweise durch




Der Goggle Valve ist in verschiedenen Ausführungen lieferbar:


Hydraulische Anpresszylinder Außen (GV A)



Die federbelasteten Anpresszylinder sind fest im Gehäuse zwischen Gehäusewand und einem der beiden Gehäusedichtsitze montiert. Der Längenausgleich wird durch einen metallischen Kompensator gewährleistet. Im gepressten Zustand wird der „offene“ bzw. „geschlossene Ring“ zwischen beide Gehäusedichtsitze geklemmt. Mittels Hydraulikdruck wird der bewegliche Gehäusedichtsitz zurückgezogen, wodurch ein ausreichender Spalt zum Verfahren des Plattenrahmens erzeugt wird.

Die Ausführung hat den Vorteil, dass zum Pressen und Lösen für beide Ringe lediglich ein Satz Anpresszylinder benötigt wird. Diese sind zudem unbeweglich im Gehäuse montiert, wodurch die Energieversorgung sehr leicht ist.

Der Plattenrahmen enthält keine beweglichen Teile und kann bei niedriger Nennweite bzw. bei niedrigen Betriebsdrücken oft als einfache Platte ausgeführt werden.

Der Nachteil dieser Ausführung besteht darin, dass große Nennweiten in der Regel nicht mit hohen Betriebsdrücken kombiniert werden können, da gewölbte Tellerböden für den Plattenrahmen aufgrund ihres großen Platzbedarfes nicht eingesetzt werden können.




Goggle Valve DN 800 mit Handbetätigung, innenliegenden Anpresszylindern und großen Revisionsdeckeln


Hydraulische Anpresszylinder Innen (GV I)



Der „offene“ und „geschlossene“ Ring besteht jeweils aus zwei Dichtsitzen, die von den federbelasteten Anpresszylindern auseinandergedrückt bzw. durch Hydraulikdruck zusammengezogen werden können. Hierbei ist der „offene“ Ring in jedem Fall mit einem metallischen Kompensator ausgerüstet, während der „geschlossene“ Ring entweder mit einem Kompensator oder mit einer zweiten geschlossenen Platte ausgeführt werden kann.

Diese Ausführung hat den Vorteil, dass auf unterschiedliche Ansprüche in Offen- bzw. Geschlossenstellung durch eine unterschiedliche Anzahl an Anpresszylindern reagiert werden kann. Zudem können durch den Einsatz von gewölbten Tellerböden große Drücke bei großen Nennweiten realisiert werden.

Der Nachteil dieser Ausführung besteht darin, dass die im Plattenrahmen montierten Anpresszylinder über eine Energiekette mit Hydrauliköl versorgt werden müssen.




Goggle Valve DN 1800 mit Hydraulikantrieb und innenliegenden Anpresszylindern


Mechanische Anpresselemente Manuell (GV M)



Diese Ausführung ähnelt der Ausführung „Hydraulische Anpresszylinder Außen (GV A)“. Die federbelasteten Anpresszylinder sind hierbei jedoch durch Spindelhubantriebe ersetzt, die mechanisch entweder über Winkelgetriebe und Kardangelenkwellen, durch einen Kettenzug oder über Hebel miteinander verbunden sind. Die Betätigung der Anpresselemente erfolgt per Hand.

Diese Ausführung ist gepaart mit einem manuellen Plattenrahmenantrieb, gänzlich unabhängig von jedweder Energieversorgung. Zudem ist sie besonders unempfindlichen gegenüber Verschmutzung.

Wie bei der Variante mit den Anpresszylindern können jedoch keine großen Drücke gepaart mit großen Nennweiten realisiert werden.


Mechanische Anpresselemente Elektrisch (GV E)



Diese Ausführung entspricht im Großen und Ganzen der Ausführung „Mechanische Anpresselemente Manuell (GV M)“ mit dem Unterschied, dass die Spindelhubgetriebe über einen elektrischen Antrieb betätigt werden.




Steckscheibenschieber DN 6000 in Sonderausführung mit rechteckigem Anschlussflansch


Steckscheibenschieber Handbedienung (GV ST)



Der klassische, handbetätigte Steckscheibenschieber besteht aus einer Schieberplatte mit einem offenen und einem geschlossenen Bereich, der zwischen zwei Gehäusehälften über Handgriffe manuell verschoben wird. Die beiden Gehäusehälften sind über handbetriebene Spindeln miteinander verbunden, die die beiden Gehäusehälften auseinanderdrücken bzw. zusammenziehen. Der Schieber besitzt kein eigenes Element zum Längenausgleich, stattdessen wird durch den Schieber die angeschlossene Rohrleitung gespreizt bzw. zusammengezogen.

Diese Ausführung zeichnet sich durch ihr einfaches und daher kostengünstiges Design aus. In der Regel können sehr geringe Baulängen realisiert werden.


Schmidt’sche Brille (GV SB)



Das Funktionsprinzip sowie grundlegender Aufbau der Schmidt’schen Brille entspricht der handbetätigten Steckscheibe mit dem Unterschied, dass die Schieberplatte zwischen den beiden Gehäusehälften drehbar gelagert ist.



Schmidt’sche Brille DN 400 mit Handbetätigung